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Israels Lügen

Anfangsbemerkungen

Wir lassen es nicht zu, mit mensachen über unsere Integrität zu Themen Gewalt, Terrorismus bzw. dessen moralische Rechtfertigung zu diskutieren. Wir lassen es mnicht zu., dass unsere moralische Integrität angegriffen wird. Wir wollen nur eins erfahren, nichts geringeres als die Wahrheit. Bekanntlich ist die Wahrheit das erste Opfer in einem Krieg.

Um diesen Ziel näher zu kommen, verwenden wir den Begriff Gewalt statt dem Begriff Terror. Wer den Terror der Hamas anführt ohne den Terror der israelischen Armee und der Siedler im Westjordanland gegen die palästinensische Zivilbevölkerung anzusprechen, ist ein Heuchler. 

Nähern wir uns also der Wahrheit. Als in Gaza ein Krankenhaus mit Bobben zerstört wurde, verlangte der deutsche Ministerpräseident, eine Untersuchung, wer die Detonation, mit 700 Toten verursacht habe. Eine gute Idee: lassen wir doch alle Kriegsverbrechen in Palästina untersuchen. Der Internationale Strafgerichtshof wird daran sogar von Herrn Scholz selbst daran behindert und die israelische regierung lehnte bisher jede internationale Untersuchungskommission ab. Alle haben gurte Gründe: die Lügen in ihrer Propaganda.

Lüge 1 - UNRWA, erhoben am 28.1.2024

Israel hat zwölf Mitarbeiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) beschuldigt, an dem »Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober« beteiligt gewesen zu sein.
Zweck der Lüge: Die Geldgeber sollen die Zahlungen an das UNRWA einstellen. Das entzieht den Menschen in Palästina, die Existenzgrundlage. Für Israel das effizienteste Mittel, Palästinenser zu vertreiben. 
Die Realität: Beweise wurden keine vorgelegt. Tatsache ist, dass Organisationen, die im Gazastreifen der Bevölkerung helfen, mit den Behörden dort zusammenarbeiten müssen. Das geht gar nicht anders. Und die Hamas stellt im Gazastreifen seit der gewonnen Wahl von 2006 die Zivilverwaltung. 

Lüge 2 - 40 geköpfte Babys/Kinder

Israel behauptet den Mord und die Verstümmelung von Kleinkindern/Babys durch die Hamas. ZDF-heute verbreitet in einem Interview mit einer isr. Polizei-Forensikerin  die Aussage "Ich kann Ihnen nur sagen, was ich selbst mit eigenen Augen gesehen habe, und ich habe Babys gesehen, ich habe enthauptete Kinder gesehen." [x] 
Die israelische Zeitung  Jerusalem Post behauptete, über Fotos von geköpften Kindern zu verfügen. sie sollen dem US-Außenminister Blinken gezeigt worden sein. 

Die Realität: es gibt keinerlei Fotos oder einem journalistischen Standard entsprechenden Beweise. Keine unabhängige Person kann diese Behauptung bestätigen. Und trotzdem wird diese Nachricht wie ein Faktum in den Medien gehandelt. Es gibt nur die  Behauptungen regierungsnaher Behörden. Selbst US-Präsident Biden log, als er behauptete entsprechende Fotos gesehen zu haben. Seine Diplomaten mussten danach zurückrudern. Der US-Regierung selbst würden entsprechende Berichte und Bilder nicht vorliegen. Und trotzdem wird diese Lüge medial wie ein Faktum behandelt, immer mit dem kleinen Zusatz "Nach angaben israelischer Behörden".   

Lüge 3: Die Ziele der Hamas und die Opfer

In Israel berichten mittlerweile mehrere Zeitungen darunter Haaretz und ..... , dass zahlreiche Opfer durch sogenanntes "frendly fire", also durch Beschuss durch israelische Armee-Einheiten. Auch sind die Zerstörungen an Gebäuden gehen auf diese Armee-Einheiten zurück. Haaretz berichtet von Panzerbeschuss auf ein israelische Haus, in dem sich u. a. 14 Israelis aufhielten. Auch wird von Raketenbeschuss aus Hubschraubern auf zahlreiche Autos, in denen Geiseln saßen, berichtet. Der von Haaretz interviewte Offizier führen diese "friendly fire"-Vorfälle auf Israels geheime "Hannibal-Direktive" zurück, die von den Soldaten verlangt, dass sie um jeden Preis verhindern müssen, dass Israelis als Geiseln genommen werden. Diese Situationen werden in Israel diskutiert und kritisiert. Die deutschen Medien scheint das alles nicht zu interessieren.

Lüge 4: Sexualisiertete Gewalt

Unter den Gesichtspunkten, die im vorigen Punkt (Friendly Fire) geschildert wurden, erscheinen die Aussagen sexualisierte Gewalt und Massenvergewaltigungen als äußerst zweifelhaft. Keine neutrale, international vertrauenswürdige Untersuchung konnte bisher ihre Arbeit aufnehmen. Die überwiegend dem Militär oder der Regierung nahestehenden Behauptungen lassen große Zweifel an ihrem Wahrheitsgehalt erkennen.  Dies ist auch ein Grund, warum inrternationale Frauenverbände bisher in dieser Sache sich sehr bedeckt halten [a]

 

 

 

[a] https://www.morgenpost.de/politik/article240801570/israel-hamas-sexualisierte-gewalt-frauen-feministinnen-aufschrei.html

 

https://www.morgenpost.de/politik/article239788483/Babys-von-Hamas-gekoepft-Was-wir-wissen-und-was-nicht.html

[z] https://www.fr.de/politik/gazastreifen-krieg-in-israel-hamas-bodenoffensive-toetung-kinder-enthauptung-zr-92691172.html

 

 

[x]  https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/hamas-terrorangriff-opfer-identifizierung-israel-100.html

[y] https://www.tagesspiegel.de/internationales/berichte-uber-hamas-massaker-soldaten-finden-zahlreiche-tote-babys-und-kleinkinder-in-zuruckerobertem-dorf-10605430.html

 

Beim Hamas-Massaker in Israel werden auch viele Babys geköpft, verbrannt oder erschossen. Benjamin Netanjahu macht grausame Fotos dazu publik.

https://www.merkur.de/politik/x-getoetete-babys-israel-hamas-massaker-benjamin-netanjahu-fotos-zr-92574901.html

 

 

 

 

Die Ursache der Gewalt heißt Vertreibung - tödlicher Westjordan

Während alle Welt auf Gaza schaut, klagt der UN-Hochkommissars für Menschenrechte Volker Türk die tagtäglich der Gewalt der israelischen Streitkräfte und Siedler im Westjordanland an: dort sind die Menschen Misshandlungen, Verhaftungen, Vertreibungen, Einschüchterungen und Demütigungen ausgesetzt.

2023 war für die Palästinenser im Westjordanland bereits das tödlichste seit Beginn der Aufzeichnungen, mit etwa 200 Toten noch vor dem 7. Oktober. 
Seit Anfang Oktober sind mindestens 176 weitere Palästinenser, darunter 43 Kinder und eine Frau, getötet worden - die meisten von israelischen Sicherheitskräften und mindestens acht von Siedlern. Mehr als 2.000 Palästinenser wurden in schwerwiegenden Operationen im gesamten Westjordanland festgenommen und inhaftiert, und wir haben beunruhigende Fälle von Misshandlungen der Verhafteten und ihrer Familien dokumentiert.

In diesem Jahr haben die israelischen Streitkräfte bei Strafverfolgungsmaßnahmen zunehmend militärische Taktiken und Waffen eingesetzt. Allein am 9.11. wurden mindestens 14 Palästinenser von israelischen Streitkräften im Flüchtlingslager Jenin getötet. Darüber hinaus gab es am gleichen Tag im gesamten Westjordanland vier weitere Tote.

Auch die Gewalt der Siedler und die Landnahme haben im gesamten Westjordanland stark zugenommen. Seit dem 7. Oktober wurden fast 1.000 Palästinenser aus mindestens 15 Hirtengemeinschaften aus ihren Häusern vertrieben. Vor dem Hintergrund des Zwangsumfelds, in dem sie leben, kann die Vertreibung dieser Gemeinschaften einer gewaltsamen Umsiedlung gleichkommen, was einen schweren Verstoß gegen die Vierte Genfer Konvention darstellt.

Ich fordere die israelischen Behörden auf, ihren Verpflichtungen als Besatzungsmacht zum Schutz der palästinensischen Bevölkerung nachzukommen, den Sicherheitskräften klare und unmissverständliche Anweisungen zu erteilen, um den Schutz der palästinensischen Bevölkerung vor der Gewalt der Siedler zu gewährleisten. 

In den letzten Monaten haben wir mehrere Vorfälle dokumentiert, bei denen Siedler organisiert haben, um palästinensische Landwirte an der Olivenernte zu hindern, die eine der Haupteinnahmequellen im Westjordanland ist, indem sie sie unter anderem mit Schusswaffen angriffen und zwangen, ihr Land zu verlassen, die Ernte zu stehlen und Olivenbäume zu vergiften oder zu zerstören.
Und Menschenrechtsverteidiger werden zunehmend mit Gewalt bedroht, wenn sie Verstöße dokumentieren.

Ich verurteile auch aufs Schärfste die Verwendung von entmenschlichenden Ausdrücken, insbesondere durch politische und militärische Führer in Israel und durch die Hamas. 

Beenden Sie die Gewalt. Garantieren Sie die Sicherheit der humanitären Helfer. Gewährleistung eines sicheren Zugangs, um die humanitäre Hilfe für alle Bedürftigen sicherzustellen. Sorgen Sie dafür, dass die Menschen genug zu essen, sauberes Wasser zu trinken, medizinische Versorgung und Unterkünfte haben. Befreien Sie die Geiseln. Verurteilung derjenigen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begangen haben, in Übereinstimmung mit den Menschenrechtsgesetzen.

Die Lösung für diese Situation ist die Beendigung der Besatzung und die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser. Wie ich immer wieder gesagt habe, muss die Besatzung beendet werden, um die Gewalt zu beenden. Die Mitgliedstaaten müssen alle erforderlichen Anstrengungen unternehmen, um einen dauerhaften Frieden für alle Palästinenser und Israelis zu erreichen.

Erklärung des UN-Hochkommissars für Menschenrechte Volker Türk zu Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten
10. November 2023
Bemerkungen während der Pressekonferenz des UN-Hochkommissars für Menschenrechte Volker Türk nach seinem Besuch in Rafah, Ägypten

Die Katastrophe - Al-Nakba

Die Katastrophe

Es war eine Katastrophe: Sofort nach der Abstimmung über die UNO-Resolution 181 (Palästina-Teilungs-Plan) ruft die Haganah, eine zionistische paramilitärische Untergurnd-Organisation, 80.000 jüdische Menschen zwischen 17 und 25 Jahren in Palästina zu den Waffen.

Die Palästinenser beginnen einen dreitägigen Streik aus Protest gegen den UN-Teilungsplan. Es kommt zu ersten Zusammenstößen und Toten auf beiden Seiten. 

Am 6.12.1947 beginnen zionistische Einheiten der Haganah und der Irgun, ebenfalls eine paramilitärische Untergrund-Organisation, mit Überfällen auf die paläsinednsische Zivilbevölkerung in Jaffa, Haiffa, Jerusalem und anderen Orten in deren Folge die palästinensischen Gemeinden viele Opfer zu beklagen haben.

Am Ende des Jahres 1949 sind ca. 75% der arabischen Bevölkerung aus ihren Wohnorten vertrieben. Sie werden vom israelisachen Staat zu "Abwesenden" erklärt. Ein dazu passendes Gesetz enteignet alle Personen, die 1 Jahr ihre Besitzrechte nicht wahrnehmen (abwesend sind). Allen Geflüchteten wurde die Rückkehr verwehrt. Waren 1947 nur 6% des Landes in jüdischem Besitz, waren es danach über 90%. Heute sind weniger als 4 % Israels in Besitz von Menschen arabischer Herkunft (Palästinenser).  

Die Katastrophe: 75% der arabischen Bevölkerung vertrieben, ganze Ortschaften und Stadtteile dem Erdboden gleichgemacht, geplündert, privates Eigentum, Bücher, Musikinstrumente - die arabische Kultur (fast) ausgelöscht.

Zur Geschichte dieser Katastrophe:

  1. Die Nakba – Chronologie der Ereignisse Teil 1:   https://www.icahd.de/die-nakba-chronologie-der-ereignisse-teil-1/ 
    Dezember 1947 bis Ende März 1948
  2. Die Nakba – Chronologie der Ereignisse Teil 2:   https://www.icahd.de/die-nakba-chronologie-der-ereignisse-teil-2/ 
    1. April bis 14. Mai 1948 (Ende des britischen Mandats)
  3. Die Nakba – Chronologie der Ereignisse Teil 3:   https://www.icahd.de/die-nakba-chronologie-der-ereignisse-teil-3/ 
    15.5.1948 – 20.7.1949 (Waffenstillstand) 

Zur Nakba gibt es eine wissenschaftlich fundierte Zusammenstellung der Ereignisse 1947 - 49 in gestalt einer Ausstellung:  

   

 

 

 

Extralegale Hinrichtungen

Extralegale Hinrichtungen 

Definition

Eine extralegale Hinrichtung oder extrajustizielle Hinrichtung (englisch extra-judicial execution) ist eine willkürliche und vorsätzliche (gezielte) Tötung eines Menschen, meistens ausgeführt auf Anordnung, unter Beteiligung oder mit Duldung von Regierungen, ohne dass ein ordentliches Gericht eine Todesstrafe verhängt oder die Hinrichtung angeordnet hat. (Amnesty International, zitiert nach wikipedia.de)
Zahlreiche Juristen Juristen bezeichneten die Praxis in offiziellen Anhörungen als „klaren Bruch des Völkerrechts“. Einige Verweisen auch auf die mögliche strafrechtliche Verfolgung, da diesen Tötungen die legale Rechtsgrundlage fehlt.

Dazu zählt auch exzessive Gewalt der Polizei, wahllose Tötungen von Zivilisten in einem bewaffneten Konflikt und Morde von staatlichen Sicherheitskräften oder paramilitärischen Gruppen, wenn diese nicht adäquat untersucht, angeklagt und bestraft werden. 

Der Staat Israel handelt im Sinne dieser Definition an folgenden Positionen: 

  1. ... bei Demonstrationen
  2. ... bei Razzien (im Westjordanland)
  3. ... im Gaza-Streifen
  4. ... im Ausland

Die Methode: man ernennt jemanden zum Terroristen und damit ist er vogelfrei: im Ausland erledigt das der Mossad im Inland die IDF (israelische Armee). Diese Tötungen werden im Auftrag der israelischen Regierung durchgeführt.

Die von israelischen Siedlern ausgehende Gewalt in Form von Angriffen auf Hirten, deren Eigentum, Vernichtung der Ernten und Pogrome (Huwara 2023 und anderen Orten Palästinas) und führen zu keinen gerichtlichen Verfahren gegen die Täter. Sie werden geduldet, sind erwünscht und seit der neuen Regierung in Israel ruft ein Minister öffentlich dazu auf.

Prominente Opfer der israelischen Mord-Politik:

  1. 8. Juli 1972, Ghassan Kanafani, palästinensischer Journalist und Autor, vom isr. Auslandsgeheimdienst Mossad ermordet
  2. 23. Juli 2002. Salah Shehada, Gründer des bewaffneten Arms der Hamas
  3. 21. August 2003, Ismail Abu Schanab, ein Führer der Hamas in Gaza-Stadt gezielt getötet
  4. 22. März 2004 Ahmad Yasin, geistige Führer der Hamas 
  5. 17. April 2004,  Abd al-Aziz ar-Rantisi, Nachfolger von Ahmad Yasin
  6. 20. Januar 2010, Mahmud al-Mabhuh, Hamas-Führer
  7. 12. November 2019, Baha Abu al-Ata, der Führer des islamischen Dschihad und seine Frau gezielt getötet.
  8. 31. Juli 2024, Ismael Hannija, politischer Führer der Hamas 
  9.  

die Liste ist minimalistisch, die tatsächliche Opferzahl ist enorm hoch!

 

Inhaftierungen ohne Gerichtsurteil

Ohne Gerichtsurteil und andere Verletzungen rechtlicher Normen

Ein Mittel zu Unterdrückung von politischen Widerstand ist die Administrativhaft des israelischen Besatzungsrechtes im Westjordanland. Die Administrativhaft ist aber nur ein Punkt in Justizsystem Israels gegen die palästinensische Bevölkerung. Dieser Satz beinhaltet bereits de unterschiedlichen Rechtssysteme für unterschiedliche  Bevölkerungsgruppen. Weitere Merkmale des Justizsystems sind unfaire Gerichtsverfahren. Die Bedingungen, unter denen sie stattfinden entsprechen nicht den internationalen Standards: keine Willkürliche Inhaftierung und Bestrafung, unabhängige Richter, Gleichheit vor dem Gesetz, Recht auf Verteidigung (incl. Zugang zu allen Akten), usw. All das fehlt systematisch in den überwiegend politisch motivierten Prozessen. 

Die Merkmale der Administrativhaft sind:

  1. Kein Gerichtsverfahren, die Inhaftierung erfolgt als mili
  2. Die Maßnahme wird von der Militärverwaltung verkündet.
  3. Die Prozessunterlagen sind geheim und können auch von den Verteidigern nicht oder nur teilweise eingesehen werden.
  4. Die Inhaftierung erfolgt in der Regel ohne Begründung.
  5. Die Dauer der Administrativhaft beträgt meistens ein halbes Jahr und kann beliebig verlängert werden. Mehrere Jahre Haft sind keine Seltenheit.
  6. Auffällig oft sind aktive Vertreter von politischen Organisationen und Menschenrechtsorganisationen (ausschließlich palästinensische). 

Im August 2023 befinden sich ca. 1.100 Palästinenser in Administrativhaft. Am 30.12.2023 meldet ORF.at 8.000 Häftlinge. Die Suche nach den Hintergründen dauert nicht lange: alle Inhaftierte sind exponierte Personen, die deutlich und öffentlich die israelische Politik kritisieren und entsprechende Forderungen nach Einhaltung der Menschenrechte stellen. AI kritisierte bereits 2012 diese Politik und verlangte die Abschaffung der Administrativhaft. Auch der Deutsche Bundestag fasst am 24.10.2012 eine entsprechende Verurteilung. Dass solche menschenverachtende Justiz-Praktiken auch Folgen haben, hat das Parlament 2023 vollständig vergessen. 

Prominente Personen, die bereits Opfer der Administrativhaft waren:

  1. Calida Jarrar, ehemalige Abgeordnete des Palästinensischen Legislativrats, vom 2.7.2017 - 28.2.2019 in Administrativhaft nach 3maliger Verlängerung
  2. Shawan Jabarin, Direktor der Menschenrechtsorganisation Al Haq
  3.  Mahmoud Sarsak, Fußballspieler der palästinensischen Fußballnationalmannschaft. Ab Juli 2009 wurde er drei Jahre lang ohne Anklageschrift in einem israelischen Gefängnis gefangengehalten. Ein Hungerstreik, und Proteste von Profi-Fußballer aus aller Welt führten letztendlich zu seiner Freilassung. Aus Deutschland sind keine Stellungnahmen bekannt.
  4. Salah Hammouri, Anwalt ist seit dem 6. März 2022 inhaftiert, obwohl gegen ihn keine Anklage erhoben oder ein Verfahren eingeleitet wurde. Aufgrund einer viermonatige Verwaltungshaftanordnung wurde seine Haft bis zum 6. Juli 2022 verlängert. ( Bericht von AI vom 11.4.2022)
  5. ....

Zu den Fällen berichten: 

In Wikipedia (de) schreibt der Autor hierzu: Weil von Administrativhaft nahezu ausschließlich Palästinenser betroffen sind, verstehen verschiedene Menschenrechtsorganisation sie als Teil eines Systems dauerhafter Diskriminierung und werfen Israel vor, in den besetzten Gebieten völkerrechtlich verbotene Apartheid zu betreiben.
Die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierung (WGAD) bezeichnete die israelische Praxis wiederholt als willkürliche Inhaftierung (arbitrary detention) und forderte ihre Beendigung. Auch der UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechte in den besetzten palästinensischen Gebieten bezeichnete Israels Haftpraktiken im Jahr 2023 als nach internationalem Recht illegal. Bereits 2020 hatte ein UN-Experte festgestellt, dass Israels Verwendung administrativer Haft ohne faire Anhörung gegen Artikel 9 und 14 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (IPbpR) verstoße. (Wikipedia.de, abgerufen am 23.11.2025)

Amnesty International schreibt im Zusammenhang mit dem Fall Hamouri: 2022 begannen 490 Palästinenser*innen in Administrativhaft einen "100-Tage-Streik"  u. a. mittels Hungerstreik gegen die israelischen Militärgerichte. Diese segnen auf Grundlage geheimer Informationen Anträge für monatelange Haftstrafen ab – ohne faires Gerichtsverfahren und ohne konkrete Anklage.
«Palästinensische Menschenrechtsaktivist*innen, Journalist*innen, Akademiker*innen und andere haben unter dieser grausamen und unmenschlichen Praxis gelitten und protestieren seit Jahrzehnten dagegen, unter anderem mit Hungerstreiks. Dieser Boykott ist ein erneuter kollektiver Aufruf gegen die Administrativhaft», sagte Saleh Higazi, stellvertretender Direktor von Amnesty International für den Nahen Osten und Nordafrika. Seit Jahrzehnten setzt Israel das Instrument der Administrativhaft bewusst ein, um Personen  für ihre Ansichten und ihren Aktivismus zu bestrafen – darunter auch Kinder und Gewissensgefangene, die nur wegen der Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäusserung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit im Gefängnis sind.

Nach Angaben der palästinensischen Menschenrechtsgruppe Addameer haben die israelischen Behörden zwischen 2017 und 2021 5728 Anträge für Administrativhaft gegen Palästinenser*innen ausgesprochen, 1695 allein im Jahr 2021. Dies steht im Zusammenhang mit Massenverhaftungen durch israelische Behörden während der Proteste im Mai und Juni 2021.

Das israelische Militär kann Administrativhaftbefehle von bis zu sechs Monaten ausstellen, um Palästinenser*innen in Gewahrsam zu nehmen, wenn es «vernünftige Gründe» dafür gäbe, dass eine Person eine Gefahr für die «Sicherheit des Gebiets» oder die «öffentliche Sicherheit» darstelle. Die Haftbefehle können auf unbestimmte Zeit verlängert werden, doch müssen die Inhaftierten innerhalb von acht Tagen nach Ausstellung oder Verlängerung eines Haftbefehls einem Militärgericht vorgeführt werden.

Personen in Administrativhaft haben zwar das Recht, gegen jeden Haftbefehl Widerspruch einzulegen, und sie haben Anspruch auf einen Rechtsbeistand ihrer Wahl. Doch werden weder die Anwält*innen noch die betroffenen Personen über die Einzelheiten der vorliegenden Beweise informiert. Ein Militärgericht kann die Anordnung aufrechterhalten, verkürzen oder aufheben. Die Anordnung kann beim Obersten Gerichtshof Israels angefochten werden. ... 
Der Gerichtshof hat jedoch noch keine klaren Regeln für die Überprüfung von Verwaltungshaft eingeführt, stellt selten die Informationen in Frage, auf deren Grundlage Haftanordnungen getroffen werden, und prüft im Allgemeinen nicht die Entscheidungen von Militärrichter*innenn nicht.

Quellen:

  1. NDR-Hintergund
  2. news.ORF.at am 30.12.2023
  3. Amnesty International 2019-03-08 und AI 2018 und AI 2012
  4. Das Dokument der AI-Untersuchung: Starved of Justice - Palestinians Detained without Trial by Israel  
  5. La toile carcérale, Une histoire de l'enfermement en Palestine, Vgl. Artikel
  6. Der Deutsche Bundestag 2012

Und eigene Artikel bisher:

  1. Prof. Imad Barghouti noch immer in Verwaltungshaft
  2. Rechtlosigkeit: die Administrativhaft
  3. 2023.07 - DLF: Administrativhaft
  4. Administrativhaft 2024

Dokumentierte Fälle:

2026/2026 - Ayman Bani Owda: Der palästinensische Menschenrechtler und Sozialarbeiter Ayman Bani Owda aus dem besetzten Westjordanland wird ohne Anklage oder Verfahren in einem israelischen Gefängnis außerhalb des besetzten Gebiets festgehalten. Der Vater von vier Kindern befindet sich allein wegen seiner Menschenrechtsarbeit seit dem 17. November 2025 im willkürlichen Gewahrsam der israelischen Streitkräfte. Am 14. Dezember 2025 hat ein israelisches Militärgericht eine sechsmonatige Verwaltungshaftanordnung gegen ihn bestätigt. Ayman Bani Owda muss umgehend und bedingungslos freigelassen werden.
Amnesty International, Urgent  Action vom 16.3.2026: 

...

Wir setzen die Liste fort. 

Eine seltsame Waage von C. Spitzweg

Die Ungleichheit vor dem Gesetz

Die Ungleichheit vor dem Gesetz

Für die nicht-jüdische Bevölkerung in Israel gelten andere Gesetze als für die jüdischen Einwohner, obwohl beide Gruppen israelische Bürger sind. Sie haben aber andere Pässe. Und in den von Israel annektierten Gebieten (OPTs = besetzte palästinensische Gebiete = Occupied Palestinian Territories) gelten andere Gesetze als in Israel und dort wieder verschiedene rechte bei Palästinensern und Siedlern. . 

Weiterlesen …

Vertreibung

Definition Vertreibung

Vertreibung ist eine mit Gewalt oder deren Androhung erzwungene Migration zumeist religiöser oder ethnischer Minderheiten, die genötigt werden, ihre angestammte Herkunftsregion zu verlassen. Darunter fallen erzwungene, dauerhafte Flucht, Ausweisung und erzwungene Umsiedlung aus einem Staat oder bei dessen Neu- bzw. Umbildung.
(Wikipedia.de, 1.9.2023, der Artikel ist stark angelehnt an die wissenschaftlichen Ausführungen von Peter Meusburger: Vertreibung. In: Ernst Brunotte, Hans Gebhardt et al. (Hrsg.): Lexikon der Geographie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2005, Zugriff am 21. August 2021.)
Der Geograph Peter Meusburger setzt Vertreibung mit ethnischer Säuberung gleich; Fußnote 3 des Wikipedia-Artikels)

Eine Abgrenzung zu anderen Formen erzwungener Migration wid hier nicht vorgenommen.

Die ethnische Säuberung Palästinas

Der Begriff ethnische Säuberung

Der Geograph Peter Meusburger setzt Vertreibung mit ethnischer Säuberung gleich; Fußnote 3 des Wikipedia-Artikels)
Die Anwendung des Begriffes Ethnische Säuberung auf Palästina nach 1947 wurde von dem israelischen Wissensachftler Ilan Pappe belegt und dokumentiert. Seinem Werk "Die ethnische Säuberung Palästinas" stellt er die Definituion von Drazen Petrovic voran. Für ihn ist ethnische Säuberung " ... eine klar umrissene Politik einer bestimmten Personengruppe, eine andere Personengruppe ... aus einem besdtimmten Territorium zu eliminieren. ... Die meisten  Methoden ethnischer Säuberung stellen schwere Verstöße gegen die Genfer Konvention von 1949 und die Zusatzprotokolle von 1977 dar." [1]

Vor 1947

1947 - 49

Diese Periode bezeichnen Palästiinenser als die Nakba. Zur den historischen Ereignissen lesen Sie auf dieser Seite den Punkt Die Nakba . Ilan Pappe hat anhand von Augenzeugenberichten und neu zugänglichen dokumenten aus israelischen Militärarchiven die ereignisse von 1947 und 1948 akribisch nachgezeichnet; sie stehen zur offiziellen Geschichtsschreibung und dem Gründungsmythos Israels in eklatantem Widerspruch. Daraus geht auch eindeutig hervor, dass die Flucht nicht durch den Krieg zwischen Israel und den arabischen Ländern verursacht wurde. Zu diesem Zeitpunkt - nach der Unabhängigkeitserklärung am 14.5.1948 - waren berreit über 250.00 arabische Menschen auf der Flucht, zahlreiche Ortschaften bereits entvölkert. Lediglich die jordanische Armee verhinderte, dass der Staat Israel sich auf ganz Palästina ausdehnen konnte. Daraus entstand das sog. Westjordanland, das zwischen 1948 und 1967 von Jordanien verwaltet wurde. Im Krieg von 1967 okkupierte Israel dieses Territorium. Völkerrechtswidrig dauert diese Okkupation bis heute an. Für die palästinensische Bevölkerung in diesen Gebieten gilt seit 1967 ein Militärrecht.  

Zwischen 1949 und 1967

Mit dem Krieg von 1948 war die arabische Bevölkerung zweigeteilt. 75% dieser Bevölkerungsgruppe (ca. 750.000 Personen) waren in die umliegenden Staaten geflohen. Ihnen wurde die Rückkehr - trotz UN-Resolution xxx - verweigert. 1950 beschloss das israelische Parlament das Gesetz über das Eigentum von Abwesenden. Wer länger als 1 Jahr seinem Grundbesitz fern bleibt, verliert sein Eigentumsrecht. Damit waren sämtliche geflohene Palästinenser enteignet, die meisten ihrer Häuser wurden geplündert und zerstört, ihre Kulturgüter geraubt. Aber auch von jüdischen Einwanderern mit Gewalt angeeignete Grundstücke und Häuser der verbliebenen arabischen Menschen wurde mit dem Gesetz über den Erwerb von Land 1953  zu israelischem Eigentum. Die innerhalb des Staates Israel verbliebenen Palästinenser, die geflüchtet waren aber innerhalb des  Staates Israel geblieben waren, wurden zu Abwesenden erklärt. Sie wurden als "anwesende Abwedende" bezeichnet. 

Heute verfügt der der israelische Staat über ca. 93% des Landes (in den Grenzen von Israel bis 1967), die palästinensischen Staatsbürger*innen über weniger als 4 Prozent des Landes. 

Für die in Israel verbliebene arabische Bevölkerung galt bis 1966 ein strenges Militärrecht mit starken Einschränkungen in ihrer Bewegungsfreiheit. Streiks und Demonstationen waren strengstens verboten und wurden teils blutiig vom Militär niedergeschlagen. Für sie galten zahlreiche Bürgerrechte, die für die jüdische Bevölkerung selbstverständlich waren, nicht.   

Aber auch nach 1966 - das Militärrecht wurde für Palästinenser augehoben - gallt für die in Israel gebliebene, nicht geflohene püalästinensische Bevölkerung nicht das gleiche Recht. Enteignungen und Vertreibungen, deren Legalisierung vor israelischen Gerichten, Benachteiligungen im Bildungssystem und eine ungleiche Justiz machten die palästinensische Bevölkerung zu Bürgern zweiter Klasse.     

1967 - heute

OPT (Occupied palästinian Territories): Im Krieg von 1967 okkupierte Israel dieses Territorium. Völkerrechtswidrig dauert diese Okkupation bis heute an. Für die palästinensische Bevölkerung in diesen Gebieten gilt seit 1967 das Militärrecht. Jeder Streik, jede Demonstration ist seit 1967 streng verboten. Für die Übertretung dieser Einschränkungen bezahlt die Bevölkerung einen hohen Preis an Leben und Verletzungen durch militärische Gewalt, ausgeübt von Militär, Polizei und bewaffneten Siedlern. 

Siedlergewalt als Element der Vertreibung

Seit 1967 sind bis 2024 über 700.00 Siedler in das Westjordanland eingedrungen. Sie wohnen und nutzen Land, das ihnen nicht gehört und das sie nur mit extremer Gewalt sich aneignen konnten - eine Hauptursache für die Gewalt, auch die vom 7.10.2023

  1. Mehr Informationen in unserem Artikel:   Die Gewalt der Siedler
  2. und in einer DLF-Hörsendung:  DLF-30.09.2023 
  3. oder:

Dimension der Vertreibung

2023, Westjordanland: mehr als 4.000 Personen - Quelle: OCHA

 

Israel:   Die Kathastrophe (al-Nakba) ist noch nicht zu Ende. Die Vertreibung der palästinenischen Urbevölkerung geht auch 2023 weiter. Auch nach der Aufhebung des Militärrechts für Palästinenser in Israel (1966) ist für sie die Diskriminierung fester Bestandteil ihres Lebens. Auch Vertreibungen zu Gunsten jüdischer Siedler sind bis heute aktuell

Land-Enteignung und Vertreibung in Israel:

  1. Al-Araquib
  2. Dimona / Ras Jrabah (in Israel) - Vertreibung 2023-3 (Rücksprung nur über Browser-Steuerung)
  3.      

Gaza-Streifen:  1967 eroberte Israel den Gaza-streifen, der vorher unter ägyptischer Verwaltung stand. Bis ins Jahr 2005 versuchten etwa 7000 Siedler Land in Besitz zu nehmen. Nachdem der israelischen Regierung klar wurde, dass 7.000 Siedler gegen damals fast 2 Mio. Palästinenser ohne Aussicht auf Erfolg waren, räumten sie 2007 den Gaza-Streifen von alle Siedlern, die Armee zog ab und Israel errichtete um die 365 qkm große Fläche einen Zaun und kontrollierte damit den vollständigen Waren- und Personenverkehr von und nach Gaza. Die mit dieser Kontrolle verfolgte Politik war und ist bis heute von außerordentlicher Willkür geprägt. Besonders Strom und Medizinprodukte wurden als Schikane eingesetzt. Das größte selbst verwaltete Gefängnis der Welt.

 

Quellen:

  1. Ilan Pappe, Die ethnische Säuberung Palästinas
  2. Rosa Luxemburg Stiftung: Wem gehört das Land? Landbesitz und Ungleichheit in Israel

 

 

Apartheid

Definition Apartheid

„Als Apartheid wird jede institutionalisierte Form einer Politik der Rassentrennung zur Unterdrückung einer Rasse durch eine andere bezeichnet“. (Otto Triffterer: Bestandsaufnahme zum Völkerrecht. In: Gerd Hankel, Gerhard Stuby (Hrsg.): Strafgerichte gegen Menschheitsverbrechen, Hamburg 1995, ISBN 3-930908-10-7.) Dabei kann die Trennungslinie zwischen mindestens zwei Bevölkerungsgruppen entlang verschiedener Merkmale verlaufen. In Südafrika war es die Hautfarbe (weiß/nicht weiß) als Merkmal der Trennung. In Israel ist es die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft (jüdisch/nicht-jüdisch).     

Apartheid gilt als Straftatbestand im Sinne des Völkerrechts und ist im Art. 3 Bestandteil der Rassendiskriminierungskonvention. Die UN-Rassendiskriminierungskonvention wendet sich gegen jedwede Diskriminierung aufgrund von Rasse, nationaler oder ethnischer Herkunft. Bevor der Begriff Eingang ins internationale Völkerrecht fand, bezog man diesen Begriff auf den Fall "Süd-Afrika": Wikipedia.de hierzu:

Der Begriff Als Apartheid (wörtlich „Getrenntheit“) wird eine geschichtliche Periode der staatlich festgelegten und organisierten „Rassentrennung“ in Südafrika und Südwestafrika bezeichnet. Sie war vor allem durch die autoritäre, selbsterklärte Vorherrschaft der „weißen“, europäischstämmigen Bevölkerungsgruppe über alle anderen gekennzeichnet. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen, hatte sie ihre Hochphase von den 1940er bis zu den 1980er Jahren und endete 1994 nach einer Phase der Verständigung mit einem demokratischen Regierungswechsel, bei dem Nelson Mandela der erste schwarze Präsident des Landes wurde. 

Folgende Organisationen erheben gegen Israel den Vorwurf der Apartheid:

  1. Die UN-Organisation UN-OHCHR  in einem Bericht vom 7.1.2026
    Vgl hierzu unseren Artikel  Die Hölle im Westjordanland zum Jahresende 2025 und den 2 Jahren davor
  2. Jewish Voice vor Peace, jüdische Organisation in den USA in ihrem Newsletter vom 23.8.2023:
    Das israelische Apartheidregime hat seine tägliche Gewalt gegen Palästinenser erneut eskalieren lassen. Der Anstieg der Gewalt im Jahr 2023 spiegelt die völkermörderische Ideologie der ultrarechten israelischen Siedlerregierung wider. 
    Auch die deutsche Entsprechung dieser NGO - Jüdische Stimme - macht vergleichbare Aussagen. (Sieh Menüpunkt "Links") 
  3. Amnesty International
    1. Zusammenfassung des Berichts (in Deutsch): Israels Apartheid gegen die Palästinenser*innen - EIN GRAUSAMES HERRSCHAFTSSYSTEM UND EIN VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHLICHKEIT
    2. Der volle Bericht (engl.)
  4. Human Rights Watch
    1. Ein (alter) Artikel (in Deutsch) aus 2017, der aber Erklärungen für den Überfall der Hamas am 7.10.2023 liefert. 
    2. Der Bericht von HRW A Threshold Crossed - Israeli Authorities and the Crimes of Apartheid and Persecution 
  5. B'Tselem (The Israeli Information Center for Human Rights in the Occupied Territories): 
  6. Die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWT)  - ein regierungsfinanzierter Thinktank, der wissenschaftlich die Vorwürfe der Apartheid Israels gegen die Palästinenser*innen untersucht. 

Folgende Einzelpersonen erheben diesen Vorwurf

Zwei ehemalige Botschafter Israels: Dr. Alon Liel war israelischer Botschafter in Südafrika und Generaldirektor des israelischen Außenministeriums. Ilan Baruch war israelischer Botschafter in Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe. 
Seit über einem halben Jahrhundert regiert Israel die besetzten palästinensischen Gebiete mit einem zweistufigen Rechtssystem, in dem innerhalb desselben Landstrichs im Westjordanland, Israelische Siedler leben nach israelischem Zivilrecht, während Palästinenser nach Militärrecht leben. .... und vieles mehr bei GrundUp, einer südafrikanischen Nachrichtenagentur.

Chris Hedges, Journalist wurde 2002 zusammen mit seinem Team mit dem Pulitzer-Preis für erklärende Berichterstattung im Hinblick auf den globalen Terrorismus ausgezeichnet. Er studierte an der Colgate University und der Harvard Divinity School. Hedges spezialisierte sich auf amerikanische und nahöstliche Politik und Gesellschaft. Von 1990 bis 2005 arbeitete er als Auslandskorrespondent für die New York Times.  
Seine Vorwürfe bei UNCUT-NEWS

Tamir Pardo, ehemaliger, israelischer Mossad-Chef (Mossad = israel. Auslandsgeheimdienst) sagte in einem Interview, dass Israel im Westjordanland ein Apartheidsystem praktiziert. "Wir haben hier einen Apartheidstaat" sagte er. "In einem Gebiet, in dem zwei Menschen nach zwei Rechtssystemen beurteilt werden, ist ein Apartheidstaat".

Die Enthüllung ist natürlich nichts Neues, da die Realität der Apartheid inzwischen von der internationalen Menschenrechtsgemeinschaft anerkannt wird. In der Tat ist die Eingrenzung der Bezeichnung Apartheid nur auf das Westjordanland zu wenig - da selbst Organisationen wie Israels B'tselem die Apartheid mit Verspätung als "vom Jordan bis zum Mittelmeer" präsent bezeichnet haben.
Quelle:   Palaestina.ch, originär: Mondoweiss.net

Die Liste wird fortgeführt.

 

Dokumente:

  1. Internationales Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von rassistischer Diskriminierung (International Convention on the Elimination of All Forms of Racial Discrimination, ICERD) wurde am 21. Dezember 1965 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet (Resolution  2106A (XX)). Das Übereinkommen trat am 4. Januar 1969 völkerrechtlich in Kraft.
    Eine Erläuterung zu dieser Konvention finden Sie bei  Deutsches Institut für Menschenrechte.

  2. Am 1. Februar 2022 präsentierte Amnesty International einen umfassenden Bericht, in dem es Israel vorwirft, an den Palästinenserinnen und Palästinensern Apartheid
    zu verüben und damit ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen. Eine "kurze" Zusammenfassung finden Sie unter 
    https://www.amnesty.de/sites/default/files/2022-08/Amnesty-Uebersetzung-Zusammenfassung-Bericht-Israels-Apartheid-against-Palestinians-2022.pdf

    und eine wissenschaftliche Bewertung dieses Berichts nimmt die deutsche regierungsnahe Stiftung Wissenschaft und Politik vor.
  3.  

 

 

 

 

Rassismus: My right, and my wife and children's right

Definition "Rassismus"

Rassismus oder Rassenideologie ist eine Weltanschauung, nach der Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale oder negativer Fremdzuschreibungen, die übertrieben, naturalisiert oder stereotypisiert werden, als „Rasse“, „Volk“ oder „Ethnie“ kategorisiert und ausgegrenzt werden.  (Wikipedia.de, 30.08.2023)

Beispiel 1: Die Rechte des Innenministers

Mein Recht und das Recht meiner Frau und meiner Kinder, auf den Straßen von Judäa und Samaria (der Westbank) zu fahren, ist wichtiger als das Recht der Araber auf Freizügigkeit. 
Sorry Muhammed, aber das ist die Realität, das ist die Wahrheit. Mein Recht auf Leben hat Vorrang vor deinem Recht auf Bewegungsfreiheit.

Original-Rede des israelischen Innenministers im israelischen Fernsehen.

Quellen: MeMo (Middle East Monitor)

 

Beispiel 2: Religiös gemischte Ehen

Für Israel gilt ein Zuzugsverbot für Palästinenser. Das gilt auch für Ehepaare, bei denen ein Partner Israeli und der andere Palästinenser ist. Diese  dürfen nicht gemeinsam in Israel leben. 

Die Knesset, das israelische Parlament, verabschiedete das Gesetz am 10.3.2022  mit 45 zu 15 Stimmen. Sicherheitsbedenken und der Umstand, dass eine jüdische Mehrheit in Israel erhalten bleiben soll, wurden als Begründung angegeben.

Quellen:

  1. Merkur de vom 11.3.202   
  2. DerStandard vom 10,3.2022

Beispiel 3: Israels Minister für nationale Sicherheit  Ben Gvir

in der wichtigsten Nachrichtensendung von Kanal 12 Auf die Frage, warum es seiner Regierung nicht gelungen sei, die israelischen Bürger vor dem Terror zu schützen: ... er habe innerhalb der Regierung nicht genug Macht, um den Kurs zu ändern - wenn es nach ihm ginge, würde Israel wieder zu konsequenten gezielten Tötungen und zur Annullierung von Einreisegenehmigungen für palästinensische Arbeiter zurückkehren. ... Während Gallant die "Lebensqualität" der Palästinenser bewahren wolle, seien seine eigenen Prioritäten andere: "Mein Recht, das Recht meiner Frau, das Recht meiner Kinder, sich auf den Straßen von Judäa und Samaria [Westjordanland] frei zu bewegen, ist wichtiger als das der Araber."

Quelle: Bericht aus +972 MAGAZIN vom 24.8.2023

Ausbeutung

Grundsätzliches

Zur Ausbeutung der Arbeitskraft einer unterdrückten Bevölkerung auf dem Gebiet des historischen Palästinas sind 2 Zeiträume zu unterscheiden:

  1. Von der Staatsgründung 1948 bis 1967
  2. von der Eroberung Rest-Palästinas bis heute 

Seit 1948 bis 1966 lebt die arabisch-sprachige Bevölkerung (20% der Gesamtbevölkerung) im neu gegründeten Staat Israel unter strenger Militärverwaltung. Diese ist gekennzeichnet durch strenge Kontrolle und Einschränkung der Bewegungsfreiheit, von Verboten der politischen Betätigung und dem Ausschluss von zahlreichen Bürgerrechten wie z.B. die Niederlassungsfreiheit, Grunderwerb, Bautätigkeit. Diese umfangreiche Reglementierung palästinensischen Lebens muss ein eigener Artikel gewidmet werden.   

Nach dem Krieg von 1967 geraten Palästinas Landesteile Gaza-Streifen und Westjordanland unter israelische Militärverwaltung mit vergleichbaren politischen Strukturen wie die arabische Bevölkerung in Israel (in den Grenzen zwischen 1948 bis 1967).

Israelische Unternehmen nutzten das Arbeitskräftereservoir der neu besetzten Gebiete für Beschäftigungsverhältnisse, für die zwei Merkmale kennzeichnet sind: keine Kündigungsfristen und Niedriglohn.       

Die Ausbeutung der Menschen

Fall 1: Die Wanderarbeiter aus Gaza und dem Westjordanland

Arbeiter aus dem Gazastreifen leiden unter dem Genehmigungssystem.
Tausende von Palästinensern reisen täglich mit Genehmigungen aus dem Gazastreifen nach Israel ein, die keine medizinische Versorgung vorsehen. Wenn es zu Unfällen kommt, können sie sich an niemanden wenden. Die Einreisemodalitäten sind willkürlich und werden politisch motiviert eingesetzt. Zwischen 2006 und 2021 wurde nach dem Abzug der israelischen Siedler aus dem Gazastreifen und dessen vollständiger Abriegelung keine Arbeitskräfte aus Gaza mehr Die Jobs sind schlecht bezahlt, die Menschen sind nicht sozialversichert.

Der Artikel bei +972 MAGAZIN schildert die Lebensbedingungen der Menschen in Gaza. Die Situation palästinensischer Arbeitskräfte aus den OPTs ist vergleichbar.

Ausbeutung der Ressourcen

System 1: Landraub der Siedler

Nach dem Sieg der israelischen Armee 1967 wird das 1948 von Jordanien besetzte Gebiet militärisch besetzt und verwaltet. Danach werden auf diesem Gebiet - die UNO nennt es OPT, d. h.  von Israel  besetztes, palästinensisches Gebiet - für die Ansiedlung jüdisch-israelischer Siedler palästinensisches Land beschlagnahmt, enteignet und die Urbevölkerung vertrieben. die Siedler nutzen das ihnen vom Staat Israel überlassenen Land als landwirtschaftliche Nutzfläche oder als Wohngebiete. Diese Gebiete werden mittels neu errichteter Straßen an das Kernland Israel (1948) angeeschlossen. Zum Teil sind diese Straßen ausschließlich für jüdische Israelis nutzbar. Nach europäischen Recht dürfen diese dort erwirtschafteten Produkte nicht mit der Herkunftsbezeichnung "Made in Israel" nach Europa eingeführt werden. Viele Klagen vor Gericht zeigen, dass dieses Verbot häufig in der Vergangenheit nicht beachtet wurde. 

Über die völkerrechtwidrige Besatzung der OPTs lesen Sie die Artikel: 

  1. Gutachten des IGH: Besatzung ist illegal und muss beendet werden und  
  2. 2024.07 - UN OCHA: Besatzung muss beendet werden, OCHA zitiert das Gutachten aus Pos. 1. 

System 2: Nutzung der Ressourcen

Israelische Firmen beuten die Bodenschätze des Landes aus oder verpachten die Explorationsrechte an ausländische Firmen. Die daraus resultierenden Gewinne und Erträge fließen nach Israel. Die enteigneten Palästinenser erhalten nichts davon.
Auch das ist völkerrechtlich illegal.

Beispiel 1: Der Kampf um Wasser

Theoretisch gibt es im Westjordanland ausreichend Wasser. Doch den Großteil davon verbraucht Israel für die Siedlungen in den besetzten Gebieten. Das führt auf palästinensischer Seite vor allem in den Sommermonaten zu enormer Knappheit. Die Zivilgesellschaft spricht von klarer Diskriminierung.   Quelle: FN 1

Beispiel 2: Zementwerk der deutschen Firma HeidelbergMaterials

2007 erwirbt die Firma HeidelbergMaterials die britische Firma Hanson und ihre israelische Tochtergesellschaft Hanson Israel. Hanson betreibt seit 13 Jahren den Steinbruch „Nahal Raba“. Dieser liegt knapp hinter der Grünen Linie von 1949, die Israel und die palästinensischen Gebieten trennt, und damit auf palästinensischer Seite. 
Alle abgebauten Ressourcen kommen derzeit der israelischen Bevölkerung und der israelischen Baubranche zugute, indem sie zum Beispiel für israelischen Siedlungsbau in den besetzten Gebieten benutzt werden. Der palästinensischen Bevölkerung hingegen wurde verboten, ihr eigenes Land zu betreten und ihre Ressourcen zu verwerten. Sie verlieren somit wirtschaftliche Chancen und leiden unter den Umweltverschmutzungen durch den Steinbruch.

HeidelbergMaterials, als Eigentümer von Hanson Israel, ist wissentlich und bereitwillig an den völkerrechtswidrigen Rohstoffentnahmen Israels in den palästinensischen Gebieten beteiligt.

Laut dem Bericht von SOMO und Al-Haq führen die Aktivitäten am Steinbruch zu verschiedenen Menschenrechtsverletzungen und verstoßen gegen internationales Recht (1). Der Abbau von Steinen innerhalb der besetzten Gebieten verletzt das Recht der Palästinenser:innen auf Selbstbestimmung und uneingeschränkte Hoheit über natürliche Ressourcen.  Die Ansiedlung von israelischen Bürger:innen in besetzten Gebieten verstößt wiederum gegen das Völkerrecht.
Quelle: FN 2

Quellen: 

  1. Die Wassernutzung im Westjordanland, Heinrich-Böll-Stiftung  ebenso bei INKOTA-netzwerk e. V.
  2. Der Kampf um Palästina bei End-Cement 

 

 

 

 

 

Israels Kolonialsystem

Die Kombination aus Zionismus und Kolonialismus

Das jüdisch-zionistische Projekt "Israel" ist ein Kolonialsystem. Rashid Khalidi, US-amerikansich-palästinensischer Historiker an der Columbia-Universität, spricht im Zusammenhang mit dem Zionismus von einer "kolonialen Siedlerbewegung". (Khalidi, S. 23)
Das zionistische Siedlerprojekt, das 1948 zur Gründung des Staates Israel führte, ist begleitet von der Unterstützung der Kolonialmächte Frankreich und besonders England, später auch der USA. Dabei verfolgten die Kolonialmächte natürliche eigene Interessen und die jüdisch-zionistischen Einwanderer wurden als Instrument gegen die einheimische, arabische Bevölkerung genutzt. Dass die jüdisch-zionistischen Einwanderer eigene Interessen hatten, die mit denen der Kolonialmacht England kollidierten, hatte  Folgen, die sich auch bei der Besiedlung des nord-amerikanischen Kontinents zeigten. Auch bei der kolonialen Besiedlung Süd-Afrikas lässt sich dieses Phänomen konkurrierender Interessen erkennen. 

Definition Kolonialismus

Als Kolonialismus wird die Inbesitznahme auswärtiger Territorien und die Unterwerfung, Vertreibung oder Ermordung der ansässigen Bevölkerung durch eine Kolonialherrschaft bezeichnet. Kolonisten und Kolonialisierte stehen einander dabei kulturell in der Regel fremd gegenüber, was bei den Kolonialherren im neuzeitlichen Kolonialismus mit dem Glauben an eine kulturelle Überlegenheit über die sogenannten „Naturvölker“ und teils an die eigene rassische Höherwertigkeit verbunden war. (Quelle wikipedia.de 2023-08-30, zitiert wird: Jürgen Osterhammel: Kolonialismus: Geschichte, Formen, Folgen. Wissen Beck, 9. aktualisierte Auflage in Koautorschaft mit Jan C. Jansen, München 2021, ISBN 978-3406773419 / nicht überprüfte Quelle)

Phasen des Kolonialsystems

Die Veränderungen in Palästina, die durch koloniale Besiedlung zugewanderter Menschen verursacht wurden lassen sich in 4 Phasen gliedern:

  1. Phase 1881 -1917: Erste Einwanderer aus Europa
  2. Phase: 1917 -1948: Palästina unter dem Einfluss der Kolonialmächte Frankreich und England
  3. Phase: 1948 - 1967: Palästina unter Israel, Ägypten und Jordanien 
  4. Phase: 1967 - 2022: Israel und das OPT (Occupied Palestinian Territory), die Besatzung
  5. Phase: 2023 - heute: Der Faschismus an der Macht

Zu 1: Erste Einwanderer aus Europa

Die ersten europäischen, jüdischen Siedler kamen in den späten 1870er und frühen 1880er Jahren nach Palästina. Von den damals in Palästina lebenden Juden unterschieden sie sich deutlich in Habitus, politischem Bewusstsein und Sprache. Die indigene jüdische Bevölkerung sprach arabisch und unterschied bis auf die religiöse Lebensweise nur wenig von ihren muslimisch-arabischen Nachbaren. Aber bereits die erste Einwanderung führte zu lokalen Konflikten mit der lokalen Bevölkerung.  (Quelle 1)
Gespeist wurde diese Einwanderung von einem anwachsenden Antisemitismus in Mittel- und Osteuropa. Im Fokus dieser Entwicklung stehen die Pogrome in Folge der Ermordung des russischen Zaren Alexander II. 

Zu 2: Die Kolonialmächte Frankreich und England

Zentrales Ereignis dieser Periode ist die Balfour-Erklärung. Auf der Suche nach Verbündeten im zionistischen Siedlerprojekt wurden führende Zionisten fündig in England. Das Ereignis ist dokumentiert und sichert den zionistischen Einwanderern nach Palästina die Unterstützung der Kolonialmacht England zu. Dass die Interessen der lokalen Bevölkerung dadurch nicht tangiert werden sollten, wie im Dokument erwähnt, war bestenfalls eine Illusion.

Durch finanzielle Unterstützung finanzkräftiger Mäzene kauften zionistische Organisationen Land. Die alten Eigentümer waren Großgrundbesitzer und lebten meist in Städten von den Erträgen der von ihnen abhängigen Landarbeiter. Durch den Verkauf der Güter ging aber der palästinensischen Landbevölkerung die Lebensgrundlage verloren. Und diese Entwicklung gefährdete die Existenz breiter Bevölkerungskreise, da die neuen Eigentümer die bestehenden Pachtverhältnisse nicht verlängerten, sondern das Land selbst bewirtschafteten. Diese existenzbedrohenden Entwicklung führte zum großen palästinensischen Aufstand gegen die Kolonialmacht 1936-39. Am Ende war die politische Führung des Landes entweder tot oder im Exil. 

Baustelle!  

Zu 3: Der Staat Israel

Israel nach der Staatsgründung  ist eine Festschreibung des Zustandes. der durch angeordneten Waffenstillstand erreicht wurde. Israel akzeptierte die Bedingungen, die territorial weit über die von der UNO-Resolution vorgeschlagenen Bereich hinaus ging. Ca. 75% der ursprünglichen arabischen Bevölkerung wurden vertrieben und die Rückkehr wurde ihnen verweigert. Durch das sog. Landabwesenheitsgesetz wurden alle Personen, die länger als ein Jahr ihr Land nicht betraten, enteignet. Damit erlangte der Staat Israel die Eigentumsrechte von 65% des Landes. Die enteigneten Vertriebenen galten als "abwesend". Da aber nicht wenige der "Abwesenden" nicht ins Ausland  geflohen waren, sondern auf dem Gebiet des neuen Staates Israel verblieben waren, wurden auch diese Binnen-Vertriebene enteignet und man bezeichnete Sie als "anwesende Abwesende". Auch viele der in ihren Heimatorten verbliebenen Palästinenser wurden enteignet.

Und so wurden aus 6% jüdischem Eigentum des Jahres 1947 94% jüdisches Eigentum im Jahre 1952. Die arabische Bevölkerung, die heute (2020) etwa 20% der gesamten israelischen Bevölkerung ausmacht,   wurde unter Militärverwaltung gestellt: Bewegungsbeschränkungen, politische Einschränkungen, keine Niederlassungsfreiheit, Überwachung und Kontrolle waren die bestimmenden Merkmale 

ZU 4: Die Besatzung

„Das Land Israel befindet sich nun in den Händen des jüdischen Volkes, und so, wie es uns nicht erlaubt ist, auf den Staat Israel zu verzichten, sind wir gleichermaßen verpflichtet, das zu bewahren, was wir durch ihn empfangen haben: das Land Israel.“

Nach dem Krieg von 1967 stehen alle palästinensischen Gebiete außerhalb Israels unter israelische Militärverwaltung. Der oben angeführte Satz beinhaltet den ideologisch zionistischen Besitzanspruch über da biblische Israel. Nach 1967 wird die politische Realisierung dieses Anspruchs umgesetzt. Nach der Nakba   beginnt jetzt die systematische Vertreibung und Enteignung palästinensischen Landes im OPT.

Zwei Autoren lassen wir hier zu Wort kommen:

  1. Der Israeli  Gil Shohat publiziert bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung einen lesenswerten Artikel.
  2. Der palästinensische Historiker Rashid Khalidi. Wir empfehlen sein Werk "Der 100jährige Krieg um Palästina",  hier rezensiert, 2024 in Deutsch erschienen. 

Zu 5: Der Faschismus an der Macht

Im Dezember 2022 kamen nach Parlamentswahlen führende Vertreter der Siedlerfraktion zu Macht in Form von Ministerposten. ...

Elemente des Kolonialsystems

Entsprechend der obigen Definition werden die Elemente des Kolonialismus beleuchtet; dabei werden die Begriffe nicht wortgleich zur obigen Definition verwendet.

  1. Die Ausbeutung 
  2. Der Rassismus  
  3. Die Vertreibung   
  4. Die Gewalt der Siedler 
  5. Ungleichheit vor dem Gesetz
  6. Außergerichtliche Tötungen
  7. Inhaftierungen ohne Gerichtsurteil  und ...
    Urteile ohne rechtsstaatliche Prinzipien - Marwan Barghouti
  8. Das System der Apartheid

 

Quellenangaben: 

  1. Rashid Khalidi, Der 100jährige Krieg um Palästina, Eine Geschichte von Siedlerkolonialismus und Widerstand, dt. 2. Auflage, Zürich 2024
  2. Jeffrey Veidlinger, Mitten im zivilisierten Europa, Die Pogrome von 1918 bis 1921 und die Vorgeschichte des Holocaust, dt., C.H.Beck München 2022
  3. Omer Bartow, Anatomie eines Genozids, Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz, dt. Augabe bei Jüdischer Verlag im Suhrcamp-Verlag, 1. Aufl. 2021

 

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"Activestills collective was established in 2005 by a group of documentary photographers out of a strong conviction that photography is a vehicle for social and political change. The collective views itself as part of the international and local struggle against all forms of oppression, racism and discrimination. It is composed of Israeli, Palestinian and international photographers, operating locally in Palestine/Israel and abroad." - Originaltext von ActiveStills, Übersetzung hier: [1]
https://www.btselem.org/
Israelisches Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten
B’Tselem – The Israeli Information Center for Human Rights in the Occupied Territories strives for a future in which human rights, liberty and equality are guaranteed to all people, Palestinian and Jewish alike, living between the Jordan River and the Mediterranean Sea. (Originaltext von B`Tselem, Übersetzung hier: [2])
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B’Tselem – The Israeli Information Center for Human Rights in the Occupied Territories strives for a future in which human rights, liberty and equality are guaranteed to all people, Palestinian and Jewish alike, living between the Jordan River and the Mediterranean Sea. (Originaltext von B`Tselem, Übersetzung hier: [2])
   
     
     
     
     
     
     

 

 

  1. [1] Das Activestills-Kollektiv wurde 2005 von einer Gruppe Dokumentarfotografen aus der festen Überzeugung heraus gegründet, dass Fotografie ein Mittel für sozialen und politischen Wandel ist. Das Kollektiv versteht sich als Teil des internationalen und lokalen Kampfes gegen alle Formen von Unterdrückung, Rassismus und Diskriminierung. Es setzt sich aus israelischen, palästinensischen und internationalen Fotografen zusammen, die lokal in Palästina/Israel und im Ausland tätig sind.
  2. [2] B’Tselem – Das israelische Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten strebt eine Zukunft an, in der Menschenrechte, Freiheit und Gleichheit allen Menschen, die zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer leben, garantiert sind, Palästinensern und Juden gleichermaßen.

 

 

 

Rechtlosigkeit: die Administrativhaft - der Fall Salah Hammouri

Amnesty International - Deutschland (AI) über das System Israel/Verwaltungshaft: Nach Informationen von AI und anderer der Menschenrechtsorganisationen liegen über Jahrzehnte gesammelte Belege vor, "die zeigen, dass die Verwaltungshaft als eine gezielte israelische Vorgehensweise eingesetzt wird, um Personen, darunter auch gewaltlose politische Gefangene, allein wegen der Ausübung ihrer Rechte auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit zu inhaftieren.

Nach ai stellt dies ein Bestrafungssystem für Aktivitäten gegen Israels Besatzungspolitik im Westjordanland. ai verweist auf Informationen der Menschenrechtsorganisation  Addameer, nach denen zur Zeit (31.10.2022) "in israelischen Gefängnissen etwa 800 palästinensische Verwaltungshäftlinge, darunter drei Mitglieder des palästinensischen Legislativrats, die ohne Anklage oder Gerichtsverfahren auf unbestimmte Zeit festgehalten wurden."

Aktueller Fall: Salah Hammouri (Stand Nov. 2022)

Am 26. Juli verlegten die israelischen Gefängnisbehörden Salah Hammouri in das Hadarim-Gefängnis, nachdem sie ihn als Hochsicherheitsgefangenen ("Sagav" auf Hebräisch) einstuften. Die Verlegung erfolgte kurz nachdem der Menschenrechtler in einem offenen Brief an den französischen Präsidenten Macron die Befürchtung äußerte, wegen seines friedlichen Aktivismus ins Visier geraten zu sein. Am 25. September trat Salah Hammouri gemeinsam mit 29 weiteren palästinensischen Verwaltungshäftlingen in den Hungerstreik, um gegen den großflächigen und systematischen Einsatz der Verwaltungshaft, die als grausame und ungerechte Form der Inhaftierung betrachtet wird, seitens der israelischen Behörden zu protestieren. Um ihn für seinen Hungerstreik zu bestrafen, wurde er am 28. September in eine schmutzige Isolationszelle verlegt, die nur 4m2 groß war. Dort hatte er 15 Tage lang keinen Zugang zu Frischluft und Tageslicht und war von der Außenwelt abgeschnitten.

Aktueller Sachstand (Dez. 2022) Salah Hammouri ist nicht mehr in Verwaltungshaft. Die israelischen Behörden haben ihm das Aufenthaltsrecht in Jerusalem entzogen und ihn am 18. Dezember nach Frankreich abgeschoben. 

Das Beispiel zeigt deutlich, dass das israelische Besatzungsrecht eine Selbstbestimmung der palästinensischen Bevölkerung diktatorisch unterbindet. Hier wird einem Palästinenser das Aufenthaltsrecht in seinem Land entzogen.  

Informationsquellen: 

  1. amnesty international - Deutschland
  2. Der Fall Salah Hammouri
  3. Salah Hammouri - Nr. 3

 

 

 

Das System "Israel"

Der Staat Israel und seine Politik 

Israel behauptet von sich, es sei die einzige Demokratie im Nahen Osten. Gewisse Merkmale scheinen diese Ansicht auch zu bestätigen: es gibt ein Parlament, regelmäßige Wahlen, niemand wird ausgeschlossen und in der Unabhängigkeitserklärung von 1948 garantiert der "jüdische Staat" ...

"... all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung. ...
Wir reichen allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und zu guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem unabhängigen hebräischen Volk in seiner Heimat auf." [1]

Soweit das Papier. Die Realität sah und sieht - besonders heute noch - anders aus! Die Vorwürfe, die von der palästinensischen Bevölkerung erhoben werden, wiegen schwer und werden von internationalen Organisationen bestätigt. Die Vorwürfe lauten:

  1. Ethnische Säuberung, die als extreme Form der Vertreibung gilt.
  2. Diskriminierung
  3. Rechtlosigkeit
  4. Folter
  5. Rassismus
  6. Apartheid

Alle hier genannten Aspekte werden erläutert und mit historischem Quellenmaterial belegt.

Zu 1: Ethnische Säuberung

Zu 2: Diskriminierung

Zu 3: Rechtlosigkeit: die Administrativhaft

 

 

Also das ist noch eine Baustelle.

[1]  https://embassies.gov.il/berlin/AboutIsrael/Dokumente%20Land%20und%20Leute/Die_Unabhaengigkeitserklaerung_des_Staates_Israel.pdf

 

 

Spenden für Palästina

Informationsquellen

Wer an seriösen Infoquellen interessiert ist, wird hier fündig:

Logo Titel Erläuterungen Link
BIP Bündnis für Gerechtigkeit und zwischen Israelis und Palästinensern BIP e. V. Blog mit Informationen und Interviews zu  aktuellen Ereignissen

BIPjetzt

 

CD Die Palästinensische Mission, Berlin Die Diplomatische Vertretung Palästinas in Deutschland Botschaft von Palästina
B'Tselem And God created humankind in His image The Israeli Information Center for Human Rights in the Occupied Territories strives to end Israel’s occupation, recognizing that this is the only way to achieve a future that ensures human rights, democracy, liberty and equality to all people, Palestinian and Israeli alike, living on the bit of land between the Jordan River and the Mediterranean Sea. BTselem
       
       
       
       
       
       

Palästina im Überblick

Wenn wir Palästinenser über Palästina sprechen so wird das Datum 1948 automatisch zu einem zentralen Eckpfeiler.  Wir betrachten unsere Heimat in zwei Zeitabschnitten: vor 1948 und nach 1948. Das Datum 1948 bedeutet für uns "die Katastrophe", Al-Naqba.

Hier ist halt eine Baustelle: Geduld bitte!

Palästina vor 1948

 

Die Nakba

Palästinenser begreifen die Vertreibung aus ihrer Heimat als  Die Katastrophe - Al-Nakba

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Palästina nach 1948

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Palästina vor 1948

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Erleben Sie Handwerkskunst und authentische Tradition palästinensischer
Produkte, die mit viel Menschlichkeit bestechen.

 

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Über die fair gehandelten Produkte vermitteln wir Einblicke in die Lebenswelten von Menschen in Palästina.
Jeder Einkauf schafft Einkommensmöglichkeiten für viele wirtschaftlich benachteiligte Menschen
in Palästina, besonders in der aktuellen Situation zählt jeder Einkauf.

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  1. Palästina unterstützen
  2. Protest gegen den Antisemitismusbeauftragten in RLP
  3. Wer sind wir?

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