Der Vorwurf gegen 5 isaraelische Soldaten: Gruppenvergewaltigung eines männlichen palästinensischen Häftlings im Militärgefängnis Sde Teiman.
Israels Militärgeneralanwalt Itay Offir ließ die Anklage gegen die fünf Reservisten fallen und verwies auf einen “Mangel an wichtigen Beweisen”.
Dabei wurde die Aktion mit einer Kamera aufgezeichnet und z.T. über Rundfunk ausgestrahlt.
Premierminister Benjamin Netanjahu begrüßte die Entscheidung: Israel “müsse seine Feinde verfolgen, nicht seine heldenhaften Kämpfer.”
Jetzt klagen 3 der Beschuldigten auf ~ 6 Mio. US-$ auf Schadensersatz: 

  1. 500.000 US-$ für den angeblichen falschen Verdacht eines Sexualdelikts
  2. 150.000 US-$ für 15 Tage unrechtmäßiger Inhaftierung
  3. 1 Million US-$) für Verleumdung
  4. 330.000 US-$ wegen unrechtmäßiger Anklage
  5. 165.000 US-$ für weitere Schäden

Um was ging es ?
Bei diesem Angriff wurde der mit verbundenen Augen und Handschellen gefesselte Häftling getreten, auf ihn getreten, mit Knüppeln geschlagen, über den Boden geschleift und wiederholt mit einem Taser beschossen, unter anderem auf den Kopf, und das etwa 15 Minuten lang, heißt es in der Anklageschrift.

Ein Soldat stach dem Häftling außerdem mit einem scharfen Gegenstand in die Nähe seines Anus und zerriss sein Rektum. Der Häftling erlitt sieben gebrochene Rippen, einen Lungenriss und schwere innere Verletzungen und musste am Dickdarm operiert und ein Stoma entfernt werden.

Der Angriff wurde mit der Kamera festgehalten und an die Öffentlichkeit gebracht und im August 2024 von Channel 12 ausgestrahlt wurden, was in Israel und international zu Aufschreien führte. Das UN-Menschenrechtsbüro bezeichnete das Filmmaterial als “schockierend.”

Eine leitende Direktorin bei Amnesty International: “ein weiteres skrupelloses Kapitel in der langen Geschichte des israelischen Rechtssystems, das Tätern schwerer Verbrechen gegen Palästinenser Straflosigkeit gewährt” ... und Netanjahus Reaktion zeige die “Unwilligkeit oder Unfähigkeit” des Systems, Verbrechen nach internationalem Recht zu verfolgen. Das Öffentliche Komitee gegen Folter in Israel sagte, die Entscheidung käme einer “Schönfärberei” gleich, die Soldaten “eine Lizenz zur Vergewaltigung gab.”

Kein Einzelfall sondern System. Lesen sie hierzu auch:

  1. Israelische NGO B'Tselem: Folter der israelischen Armee im Westjordanland
  2.  B'Tselem: Willkommen in der Hölle - Israels Folterlager
  3. 2024.08.24 - jungeWelt: B'Tselem: Willkommen in der Hölle (II)
  4.  Israelische NGO B'Tselem: Folter der israelischen Armee im Westjordanland
  5. 2026-Willkommen in der Holle-Veranstaltung
  6. Amnest International: Bericht eines Aztes

Quellen:

  1. Middle-East Monitor (MEMo)
  2. taz
  3. Die ZEIT
  4. Amnesty International über Folter in israelischen Gefängnissen