Zur Lügenpresse gehört auch die Vernichtung seriösen Journalismus'.

Während Israel im Gaza-Streifen und im Libanon gezielt Journalisten ermordet, ist sein verbündetes Deutschland nicht untätig: der Verfassungsrechtler Kai Ambos spricht vom "zivilen Tod".

Red oder Red Media war eine von Anfang 2023 bis Mai 2025 von Berlin aus operierende, englischsprachige Website, die vor allem zum Nahostkonflikt und zum Krieg in Israel und Gaza publizierte und dabei propalästinensische Positionen vertrat (Wikipedia.de). Des weiteren berichtete Red Media kritisch über die Russlandpolitik Europas, Deutschlands und der USA. Die Betreiber der Medienplattform wurden auf Initiative der deutschen Regierung auf die Sanktionsliste der EU gegen Russland gesetzt. Geschäftsführer war der türkisch-deutsche Journalist Hüseyin Doğru (HD).

Während der Artikel bei Wikipedia unverholen die Argumente einer Berechtigung für die okönomischen Sanktionen betont, melden sich (immer noch) zu selten kritische Stimmen. Dabei liegt die Zielsetzung dieser Sanktionen ganz offen:

Die auflagenstarke Medienplattform berichtete regelmäßig über Israels Kriegsverbrechen, die mittlerweile unbestritten den Status "Völkermord" erhalten haben. Red Media berichtete auch über die deutsche Unterstützung Israels - medial, politisch, und militärisch - als Beteiligung am Völkermord sowie die staatliche Unterdrückung der Palästina-Solidarität-Veranstaltungen und Demonstrationen. Auch kritische Berichte über die enorme Aufrüstung der NATO und ihrer Außenpolitik erreichten ein zu großes Publikum. 

Und so wurde es gemacht: Da wird der Geschäftsführer auf die Sanktionsliste der EU gegen Russland gesetzt und das hat Folgen.
HD musste seine Firma schließen, er ist jetzt nicht nur arbeitslos sondern erwerbslos und mittellos - er darf nicht arbeiten. HD, seine Frau und jetzt 3  kleine Kinder leben von von weniger als 600 € / Monat, seine Vermögenswerte wurden beschlagnahmt, seine Konten wurden gesperrt, ausreisen darf er auch nicht. Mit diesem Betrag wird er keine Wohnung (Eigenheim oder Miete ist unbekannt) mehr halten können. Wovon soll Strom und Wasser bezahlt werden? Da werden Leitungen gekappt. Wer ihn oder die Familie unterstützt, riskiert hohe Geldstrafen. Ihm und der Familie droht die Obdachlosigkeit, da auch Miet-Stundungen als Unterstützung interpretiert werden können. 
Bereits am 2.7.2025, wurde auf einer Pressekonferenz des AA bekannt, dass die Krankenversicherung der Familie die Leistungen einstellen werde. Zu diesem Zeitpunkt war Frau Dogru hochschwanger bei bestehender Risikoschwangerschaft.

Dabei ist auch interessant, wer sich nicht kritisch äußert oder sich gar an der Vernichtung von Kritik beteiligt:

Mainstream-Nachrichten wie tagesschau (20:00 Uhr) oder heute (ZDF, 19:00 Uhr)
Wikipedia.de
Reporter ohne Grenzen unterstützt HD nicht!

Langsam melden sich doch einige Stimmen, die Bedenken äußern:
Die Tageszeitung "Junge Welt" berichtete von Anfang an kritisch.
Der Kreisvorstand von Die Linke Stuttgart erklärte sich im Juni 2026 solidarisch mit dem von der EU mit Sanktionen belegten Journalisten Hüseyin Doğru:
Kai Ambos, Richter und Verfassungsrechtler meldet sich auf DLF Kultur zu Wort. 

Er sieht politische Gründe, warum Hüseyin Doğru als Person und Red Media als Institution ohne Beweise und ohne rechtliches Verfahren von der Europäischen Union sanktioniert wurden. Was wird ihm vorgeworfen? Desinformation, Informationsmanipulation und Einflussnahme sind die unpräzisesten Begriffe, mit denen kritischer Journalismus kriminaiisiert und ausgeschaltet wird. Diese haltlose und ungerechte Entscheidung ist eine tiefgreifende Beschneidung der Meinungs- und Pressefreiheit in der EU und Deutschland. 

Kai Ambos sieht im EU-Sanktionsrecht die Gefahr, dass die "zivile Todesstrafe" zur rechtsstaatlichen Routine wird. 

Außergewöhnlich ist, dass Journalisten als Anwälte des Staates auftreten und ihre eigenen Kollegen "in die Pfanne hauen". "Vorbildlich" greift die taz ihr Kollegen von Red Media an: 

Zu den Inhalten von „Red“ gehören Interviews mit den Vertretern diverser islamistischer Terrororganisationen, von der Hamas in Gaza bis zu den Huthis im Jemen. In Berlin berichtete „Red“ von antiisraelischen Unibesetzungen und Versammlungen. 

Eigentlich gehören die Interviews mit Konfliktbeteiligten zum journalistischen Selbstverständnis - das gilt auch für die Hamas. Und hier fällt sogar das Gendern schwer: die, die nicht wollen, was Sie nicht dürfen, heißen  ...  Schlagen sie nach bei Wikipedia.de

  1. Quellen:
    Die zivile Todesstrafe, Deutschklandfunk - Kultur, Politisches Feuilleton
     https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-zivile-todesstrafe-100.html
    Von Ambos, Kai - 23.6.2026, 07:20 Uhr
  2. Erklärungen des Auswärtigen Amts in der Regierungspressekonferenz vom 02.07.2025
     https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/regierungspressekonferenz-2725706#content_0
  3. Wikipedia.de:  https://de.wikipedia.org/wiki/Red_(Plattform), Stand 25.6.2026
    Und damit der Artikel mit diesem Datum erhalten bleibt, hier die PDF dazu: 
  4.  https://taz.de/Vorwuerfe-der-Finanzierung-aus-Russland-/!6089295/