Zur Lügenpresse gehört auch die Vernichtung seriösen Journalismus'. Während Israel im Gaza-Streifen und im Libanon gezielt Journalisten ermordet, ist sein verbündetes Deutschland nicht untätig: der Verfassungsrechtler Kai Ambos spricht vom "ziviler Todesstrafe". In beiden Fällen sind die Medien tot - und das, obwohl im GG, Artikel: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
Red oder Red Media war eine von Anfang 2023 bis Mai 2025 von Berlin aus operierende, englischsprachige Website, die vor allem zum Nahostkonflikt und zum Krieg in Israel und Gaza publizierte und dabei propalästinensische Positionen vertrat. ...
Geschäftsführer der Betreibergesellschaft AFA Medya war der türkisch-deutsche Journalist Hüseyin Doğru (HD). ... (wikipedia.de 1)
Die EU wirft Red vor, „systematisch falsche Informationen über politisch kontroverse Themen“ zu verbreiten, um „ethnische, politische und religiöse Zwietracht“ zu erzeugen. Red verbreite „Narrative über radikalislamische terroristische Gruppierungen wie die Hamas“. AFA Medya unterstütze dadurch Handlungen der russischen Regierung. Doğru wies diese Vorwürfe zurück. ... In der Regierungspressekonferenz vom 2. Juli 2025 erklärte das Auswärtige Amt, die Bundesregierung beobachte Red seit Monaten und man habe „die Hintermänner“ gemeinsam mit EU-Partnern mit Sanktionen belegt.
Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung legte die EU bisher (Stand Juni 2026) keine Belege für Verbindungen Doğrus nach Russland vor. Doğrus Anwalt Alexander Górski zufolge handelte es sich bei den Beweisdokumenten, die die EU auf Anfrage vorlegte, ausschließlich um öffentlich zugängliche Äußerungen Doğrus, etwa in sozialen Medien. Konkrete Verbindungen nach Russland, beispielsweise durch Finanztransaktionen oder E-Mails, habe die EU nicht nachgewiesen.
Infolge der Sanktionen wurden Doğrus Bankkonten eingefroren und gegen ihn wurde ein EU-Einreiseverbot verhängt, obwohl er in Berlin lebt. Zeitweise waren auch die Konten seiner Frau und seiner Mutter gesperrt worden. Seitdem darf Doğru pro Monat 506 € für Grundbedürfnisse verwenden. Weiteres Geld darf er nicht erhalten.
(wikipedia.de 2)
Die Zielsetzung dieser Sanktionen liegen ganz offen: Die auflagenstarke Medienplattform berichtete regelmäßig über Israels Kriegsverbrechen, die mittlerweile unbestritten den Status "Völkermord" erhalten haben. Red Media berichtete auch über die deutsche Unterstützung Israels - medial, politisch, und militärisch - als Beteiligung am Völkermord sowie die staatliche Unterdrückung der Palästina-Solidarität-Veranstaltungen und Demonstrationen. Dogrus Vergehen besteht allein darin, dass diese Nachrichten eine hohe mediiale Verbreitung erreichten.
Und so wurde es gemacht: Da wird der Geschäftsführer auf die Sanktionsliste der EU gegen Russland gesetzt und das hat Folgen.
HD musste seine Firma schließen, er ist jetzt nicht nur arbeitslos sondern erwerbslos und mittellos - er darf nicht arbeiten. HD, seine Frau und jetzt 3 kleine Kinder leben von von 506 €/Monat, seine Vermögenswerte wurden beschlagnahmt, seine Konten wurden gesperrt. Mit diesem Betrag wird er keine Wohnung (Eigenheim oder Miete ist unbekannt) mehr halten können. Wovon soll Strom und Wasser bezahlt werden? Da werden Leitungen gekappt. Wer ihn oder die Familie unterstützt, riskiert hohe Geldstrafen. Ihm und der Familie droht die Obdachlosigkeit, da auch Miet-Stundungen als Unterstützung interpretiert werden können.
Bereits am 2.7.2025, wurde auf einer Pressekonferenz des AA bekannt, dass die Krankenversicherung der Familie die Leistungen einstellen werde. Zu diesem Zeitpunkt war Frau Dogru hochschwanger bei bestehender Risikoschwangerschaft.
Dabei ist auch interessant, wer sich nicht äußert oder sich gar an der Vernichtung von Kritik beteiligt:
- Mainstream-Nachrichten wie tagesschau (20:00 Uhr) oder heute (ZDF, 19:00 Uhr)
Wikipedia.de zum Thema "Red media" (wikipedia 1) - Reporter ohne Grenzen unterstützt HD nicht!
- FAZ, taz, und Tagesspiegel
Exemplarisch sei hier vermerkt, was die taz Red media vorwirft:
Zu den Inhalten von „Red“ gehören Interviews mit den Vertretern diverser islamistischer Terrororganisationen, von der Hamas in Gaza bis zu den Huthis im Jemen. In Berlin berichtete „Red“ von antiisraelischen Unibesetzungen und Versammlungen.
Eigentlich gehören die Interviews mit Konfliktbeteiligten zum journalistischen Selbstverständnis - das gilt auch für die Hamas. Und hier fällt sogar das Gendern schwer: die, die nicht wollen, was Sie nicht dürfen, heißen ...
Schlagen sie nach bei Wikipedia.de
Ob die Stimmen, die Bedenken äußern oder protestieren politische Wirkungen erzielen, ist fraglich - Demokratieversagen!
- Die Tageszeitung "Junge Welt" berichtete von Anfang an kritisch. Sie wollte Doğru einstellen. Die Bundesbank habe mitgeteilt, eine Beschäftigung könne als verbotene Bereitstellung wirtschaftlicher Ressourcen gewertet werden.
- Der Kreisvorstand von Die Linke Stuttgart erklärte sich im Juni 2026 solidarisch mit dem von der EU mit Sanktionen belegten Journalisten Hüseyin Doğru.
- Kai Ambos, Richter und Verfassungsrechtler meldet sich auf DLF Kultur zu Wort. Er sieht im EU-Sanktionsrecht die Gefahr, dass die "zivile Todesstrafe" zur rechtsstaatlichen Routine wird. Siehe Quellenangabe 1, sehr hörenswert!
- Ninon Colneric, ehemaliger Richter am Europäischen Gerichtshof, und die Rechtswissenschaftlerin Alina Miron erklärten vor dem Europäischen Parlament, dass die Sanktionen gegen Doğru, die ohne Gerichtsverfahren und ohne die Möglichkeit der Verteidigung des Angeklagten verhängt wurden, faktisch einem zivilrechtlichen Tod gleichkämen und eine schwere Verletzung seiner Grundrechte darstellten.
- Am 19. Februar 2026 erhielt Doğru Solidarität von Francesca Albanese, die in ihrem Fall ebenfalls harten Sanktionen der Vereinigten Staaten ausgesetzt war. Albanese kritisierte den EU-Rat dafür, dass er "die Grundfreiheiten/die Menschenwürde zerschmettere, um einen völkermörderischen Staat zu schützen". Danach rief die BSW-Politikerin Sevim Dağdelen zu einer breiten Mobilisierung zur Unterstützung von Doğru auf.
- Am 20. Mai 2026 unterzeichneten unter anderem Jeremy Corbyn, Yanis Varoufakis, Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht eine Petition zur Bekundung von Solidarität mit Doğru.
- Die Berliner Zeitung titelt: „Können unsere Kinder nicht mehr ernähren“: Behörden sperren Konten von Journalisten-Ehefrau.
- Das Online-Medium JACOBIN: Einst als milderes Druckmittel gegen Diktaturen und Terror verkauft, dienen Sanktionen zunehmend der Unterdrückung von politischem Dissens. Der Fall des Journalisten Hüseyin Doğru verdeutlicht, wie stark dieses Instrument in der EU Grundrechte einschränkt.
Quellen:
- Die zivile Todesstrafe, Deutschklandfunk - Kultur, Politisches Feuilleton
https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-zivile-todesstrafe-100.html
Von Ambos, Kai - 23.6.2026, 07:20 Uhr
Zur Person von Kai Ambos: Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Kai Ambos
Professur für Straf- und Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung, internationales Strafrecht und Völkerrecht
Leiter der Abteilung für ausländisches und internationales Strafrecht, Institut für KriminalwissenschaftenRichter am Kosovo Sondertribunal; Berater (amicus curiae) der kolumbianischen Sondergerichtsbarkeit für den Frieden
Seit April 2018 ist Ambos geschäftsführender Direktor des Instituts für Kriminalwissenschaften. - Erklärungen des Auswärtigen Amts in der Regierungspressekonferenz vom 02.07.2025
https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/regierungspressekonferenz-2725706#content_0 - Wikipedia.de 1:
https://de.wikipedia.org/wiki/Red_(Plattform), Stand 25.6.2026
Und damit der Artikel mit diesem Datum erhalten bleibt, hier die PDF dazu:
/images/dokumente/quellen/WP-2026-06-25-Red%20Plattform%20-%20Wikipedia.pdf
Wikipedia 2:
https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%BCseyin_Do%C4%9Fru
Bitte beachten Sie alle Fußnoten mit den dazugehörigen Quellenangaben. Wir verzichten hier auf die Wiederholung der Quellen als Beleg. - Weil HD früher für Redfish gearbeitet hat, unterstellt die taz in Red Medie eine Nachfolgeorganisation. Dabei wurde Redfish als Reaktion auf den Angriff Russlands stillgelegt.
https://taz.de/Vorwuerfe-der-Finanzierung-aus-Russland-/!6089295/ - Zur Person von Kai Ambos: Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Kai Ambos
Professur für Straf- und Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung, internationales Strafrecht und Völkerrecht
Leiter der Abteilung für ausländisches und internationales Strafrecht, Institut für KriminalwissenschaftenRichter am Kosovo Sondertribunal; Berater (amicus curiae) der kolumbianischen Sondergerichtsbarkeit für den Frieden
Seit April 2018 ist Ambos geschäftsführender Direktor des Instituts für Kriminalwissenschaften. - Berliner Zeitung:
https://www.berliner-zeitung.de/article/koennen-unsere-kinder-nicht-mehr-ernaehren-behoerden-sperren-konten-von-journalisten-ehefrau-10027407 - Das Grundgesetz, Stand 25.6.2026:
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html - Das Medium JACOBIN berichtet:
https://jacobin.de/artikel/sanktionen-pressefreiheit-huseyin-dogru-rt-zensur-antifa-rote-hilfe-red - Bildrechte: Von Dontworry - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=148888359